Bio, Saisonal, Regional

Alle der drei Begriffe sollte euch mindestens ein klein wenig sagen denn ansonsten glaube wir wirklich Hopfen und Malz ist verloren. Wir möchten heute mal gerne unsere Meinung zu den Begriffen oben schreiben da uns das Thema seit einigen Monaten stärker und stärker beschäftigt.

Bio, was ist das:

Als Bio bezeichnet man bei Obst und Gemüse solches welches angebaut wird wie jedes andere Obst und Gemüse nur mit einem Unterschied. Zum Wachstum dürfen keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln, Kunstdünger oder Klärschlamm verwendet werden

Saisonal, was ist das:

Jedes Obst, Gemüse oder auch Getreide hat eine bestimmte Jahreszeit beziehungsweise bestimmte Monate in welchen es wächst oder wachsen sollte. Das ist in etwa so das jedem klar ist das im Herbst die Blätter von den Bäumen fallen oder im Frühling die Blätter wieder wachsen und grün erscheinen. Das Gemüse, Obst und Getreide hat hierfür auch einen sogenannte innere Uhr und weiß ganz genau wann es an der Zeit ist zu wachsen. Natürlich kann die Saison leicht in der Beginn und Endzeit variieren, nämlich dann, wenn das Wetter nicht ganz so Jahreszeiten typisch mitspielt was man dieses Jahr ja auch immer mal wieder bemerkt hat.

Regional, was ist das:

Hier scheiden sich die Geister, zumindest wenn es darum geht in welche Kilometerentfernung man ein Obst oder Gemüse noch als regional bezeichnen darf in welcher es geerntet wurde bis zu dem Geschäft in welchem es verkauft wird. Das man in Bayern schlecht zu einem bestimmten Obst und Gemüse regional sagen kann wenn es zum Beispiel aus Berlin kommt ist sicherlich aber jedem glasklar, es sollte zumindest. Als regional bezeichnet man also Obst, Gemüse, Getreide oder allgemein Lebensmittel, es ist bisher leider nicht geschützt, welche in der direkten Region angebaut, geerntet beziehungsweise hergestellt wurde.

Was wir eigentlich sagen wollen:

Uns beschäftigen die drei oben genannten Begriffe nun einige Zeit. Warum? Wir haben uns einfach mal näher mit Ihnen befasst und fragen mal ganz klar, wer befasst sich eigentlich mit den Dingen die er regelmäßig einkauft. Achtest du bei deinem Einkauf auf einen der drei Begriffe oder kaufst du einfach ein was gerade am billigsten ist oder was du gerade haben möchtest? (Obst und Gemüse)

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Mal einige Beispiele:

-wenn Tomatensaison ist in Deutschland, kaufst du marokkanische Biotomaten

-wenn es Winter ist oder gar Weihnachten, kaufst du Erdbeeren

-es gibt Gurken aus Holland und Deutschland. Hollandgurken sind etwas billiger, sagen wir mal 10 Cent. Du kaufst die Hollandgurke

Dies sind nur drei Beispiele von vielen die wir hier nennen könnten. Kannst du eins der Beispiele mit ja beantworten und wenn ja war dir dieser Schritt bewusst oder hast du dir keine Gedanken darum gemacht. Hinterfrage mal warum du das vielleicht machst. Warum wir fragen? Wir haben das Gefühl vielen Menschen ist es egal, nicht bewusst oder aber billig ist wichtiger wie sonst alles.

Klar, Bio, ein riesiges Thema, darüber lässt sich viel streiten und klar gibt es da schon Vorteile daran. Sind wir aber mal ganz ehrlich, findest du um auf das Beispiel oben zurück zu kommen, wirklich das marokkanische Biotomaten besser sind als deutsche Tomaten welche vielleicht noch aus der Region kommen aber nicht Bio sind besser sind. Die Strecke von Marokko muss auch noch überbrückt werden. In diesem Beispiel spielt jetzt mal gar nicht der Preis die Rolle sondern einfach das Prinzip, ist Bio wirklich immer gut? Wir glauben ja nicht wirklich. Wie gesagt über Bio lässt sich unserer Meinung eh streiten denn wenn wir mal ehrlich sind. Haben wir zwei Felder die direkt nebeneinander liegen, das eine mit Bioanbau und das andere mit normalem Anbau. Über die Erde gelangen die Giftstoffe aus dem normalen Anbau in gewisser Weiße trotzdem auf das Feld des Bioanbaus über die Erde/Wurzeln und wenn alle in der Schule aufgepasst haben, entsteht Regen durch das aufsteigende Wasser im Boden das sich angesammelt hat. Das heißt die Wolken sammeln auch das Wasser vom normalen Feld und geben es eventuell über dem Biofeld wieder ab. Bio ist also streng genommen trotzdem nicht ganz Bio oder werden etwa alle Felder komplett abgeschirmt, wir glauben nicht.

Das Beispiel der Erdbeeren im Winter oder Weihnachten. Klar, es ist schon verlockend, so ein Erdbeerkuchen an Weihnachten und mit Erdbeeren kann man mit etwas Phantasie auch tolle Nikoläuse zaubern Ganz ehrlich, Erdbeeren im Winter, das ist irgendwie befremdlich für uns, zumindest wenn es sich bei den Erdbeeren um frische Beeren aus dem Laden handelt welche es definitiv immer öfter zu kaufen gibt. Woher Sie kommen ist den Verbrauchern die Sie kaufen völlig egal denn “Ich will halt jetzt eben Erdbeeren und es gibt ja welche, die müssen ja keine verkaufen”. Das ist nicht ganz richtig. Die müssen keine verkaufen, Sie tun es aber, warum? Du kaufst Sie so wie vielleicht auch noch dein Nachbar und deine Bekannten. Aus diesem Grund steigt die Nachfrage und wenn der Supermarkt sagt wir verkaufen es nicht, sein Konkurrent aber verkauft Sie, verliert genau der Supermarkt 1 Kunden. Hier reden wir nicht von 5 sondern von ganz anderen Dimensionen. Der Supermarkt ist also doch in gewisser Weiße gezwungen die Erdbeeren anzubieten und zu beziehen ob er möchte oder nicht. Jeder, also auch du, bestimmst mit was welcher Supermarkt anbietet. Der Verbraucher bestimmt die Nachfrage. Ist die Nachfrage groß bleibt dem Händler im Konkurrenzkampf keine Wahl, sondern er muss mit ob er möchte oder nicht. Brauchst du also wirklich frische Erdbeeren im Winter die, wenn wir mal ehrlich sind, mit Erdbeeren aus Deutschland in der Saison nicht zu vergleichen sind?

Die Gurke aus Holland und die Gurke aus Deutschland. Beide die gleiche Sorte, beide sehen gleich aus und sind so direkt nicht zu unterscheiden, lediglich der Preis und das Herkunftsland ist unterschiedlich. Du kaufst die Hollandgurke weil Sie 10 Cent billiger ist. Warum? Ist es nicht schöner zu wissen wo die Gurke herkommt und Deutschland oder gar die regionalen Anbieter zu unterstützen? Hast du die 10 Cent wirklich nicht mehr im Geldbeutel um Sie in gewisser Weiße zu spenden? Nicht ganz zum Beispiel aber es geht auch um Gurke . Wisst ihr warum gerade Biogurken meist in Folie eingeschweißt sind und die normalen nicht? Damit der Verbraucher zwischen den Gurken unterscheiden kann. Ohne Witz, das ist Tatsache!

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Wir möchten mit dem Beitrag einfach mal zum nachdenken bewegen. Keine Frage, jeder kann alles so handhaben wie er möchte und es soll nicht heißen das Produkte aus dem Ausland, egal aus der Eu oder weiter weg schlecht sein sollen, aber sollten wir uns nicht einmal etwas mehr Gedanken darum machen was wir uns selbst damit vielleicht antun? Klar die anderen Länder sind teilweise angewiesen das wir ihre Produkte importieren. Nimmt dies aber Überhand, könne unsere Anbieter in Deutschland auch nicht mehr überleben und müssen aufgeben.

Wir haben den Selbstversuch gewagt

Keine Frage, auch wir können uns nicht freisprechen und haben noch vor einem Jahr auch absolut nicht darauf geachtet was bei uns im Wagen landet. Klar etwas haben wir schon geschaut aber eben nicht ganz genau. Wir lieben Zucchini, Paprika und Co. und deshalb landeten diese Gemüsesorten zum Beispiel bei uns im Wagen obwohl Sie aus Spanien und Co. stammen und aktuell in Deutschland gar keine Saison haben. Tja, der Mensch möchte eben das was er gerne haben möchte und der Laden führt es also wird es auch gekauft, warum auch nicht?

Das es in Deutschland nicht passieren wird das Bananen wachsen, wobei man nie weiß bei dem was die Industrie sich immer wieder neues ausdenkt, ist klar, auch Ananas und diverse andere Früchte und Gemüsesorten werden wir nie aus Deutschlanf oder gar regional bekommen können. Der Grund ist einfach weil hier nicht das passende Klima und der passende Boden dafür ist und man muss jetzt nicht wirklich extra Häuser bauen und dramatisch ausrüsten um das zu bekommen. Das die Zeiten sich immer wieder mehr wandelt zeigt aber ein Besuch bei uns letztens im Supermarkt oder auf den Markt. Es ist sehr wohl möglich Melonen, Pfirsiche, Nektarinen und Co. aus Deutschland zu beziehen ohne das diese teurer sein müssen als die aus dem Ausland oder das extra Häuser drastisch dafür ausgebaut werden müssen damit diese Sachen wachsen. Wisst ihr noch was, die schmecken auch richtig klasse!

Wieder zu unserem Selbstversuch zurück. Wir haben Anfang des Jahres den Selbstversuch gewagt und begonnen mal nur noch Obst und Gemüse aus Deutschland oder bestenfalls nur noch aus der Region bezogen zu kaufen. Was anfangs gedacht war dass das ganz einfach wäre hat sich aber schwerer dargestellt als gedacht. Warum? In welchem Supermarkt sollen wir denn einkaufen gehen? Kaum ein Supermarkt bietet Obst und Gemüse, außer eventuell einer Sorte an, aus Deutschland geschweige denn aus der Region an obwohl Hochsaison ist und im Überfluss (der Regelfall) da ist. Warum fragen wir uns. Ein drastisches Beispiel was wir einfach nicht verstehen. Die Discountkette Aldi, zumindest bei uns, bietet Deutsche, ja sogar fränkische Snackgurken an, daneben im Regal normale Gurken. Wer jetzt denkt die müssen auch aus Deutschland sein oder zumindest aus der Region, der täuscht sich ganz schlimm. Nein die guten Teile stammen aus Holland/Niederlanden.  Zumindest wir haben bei dieser Tatsache wirklich Fragezeichn im Kopf und verstehen gewisser Weiße die Welt nicht mehr oder könnt ihr uns etwas Licht ins dunkle bringen?

Starte doch selbst mal den Selbstversuch, wir finden es spannend ob es bei euch auch so schwierig ist. Wir kaufen seit unserem Versuch eigentlich quasi nur noch in einem Supermarkt ein wenn es um Obst und Gemüse geht. Es ist Rewe, die Auswahl ein Traum und kaum zu glauben. So viel saisonales und vor allem regionales findet man selten auf einem Haufen. Wenn wir hier sind fündig werden haben wir noch Glück das wir in einer Gärtnerstadt leben sodass wir direkt in die Gärtnereien zum Einkaufen gehen können oder aber auch auf den Markt der von Montag bis Samstag ist.

 

Nun seid ihr gefragt. Wie steht ihr zu dem Thema. Wie ist euer Standpunkt? Wir freuen uns über eure Kommentare und sind ganz gespannt.

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Bio ist nicht immer gut, weil, wie Du sagst, der lange Weg z.B. Ich sage die Nachhaltigkeit und Umweltfaktor (Transportwege und Co.) gehören auch dazu. Wie kann ein Produkt mit langem Weg preiswert sein und Bio angebaut, als Produkte vor Ort ? Ist mir ein Rätsel ! Ich unterstütze lieber Regional, obwohl der Preis natürlich lockt, aber ich möchte hier unterstützen 😉 dann nehme ich einfach weniger, werfe dadurch auch weniger weg 😉 LG Katrin