Das erste Mal: in einer Kinderschuhfabrik

Wir schreiben Montag, den Tag der deutschen Einheit. Ein deutschlandweiter Feier- und Gedenktag aber zusätzlich noch etwas: der Maus-Türöffnertag. Die Maus aus “Die Sendung mit der Maus” hat am Montag, wie jedes Jahr wieder, mit vielen tollen Firmen die Türen für die Außenwelt geöffnet.

Schon im letzten Jahr haben wir von der Aktion gehört und gelesen. Letztes Jahr konnte man hinter die Türen der Stadtwerke schauen, leider erst ab einem Alter von 7 Jahren, weshalb wir die Aktion im Kindergarten ausgehängt haben und selbst keine Tür besucht haben. Warum wir damals nicht einfach nachgesehen haben welche Türen es noch in unserer Nähe gibt ist uns bis heute ein Rätsel. In diesem Jahr gab es eine offene Tür in Bamberg im Kino. Leider war diese Tür erst wieder ab einem Alter von 7 Jahren offen, also leider nichts für uns. Wir haben uns deshalb etwas in der Liste umgesehen und haben eine Kinderschuhfabrik in Oberreichenbach gefunden.

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Es gibt eine Kinderschuhfabrik in Oberreichenbach, in der Nähe von Herzogenaurach und Höchstadt?

Das war uns bisher gar nicht bewusst und als wir die Tür näher angesehen haben, fanden wir heraus das es sich bei dieser Tür um Pololo handelt. Vielleicht ist Pololo einigen ja ein Name. Pololo stellt Lederpuschen für große und kleine Menschen her, sowie feste Lederschuhe. Sicherlich habt ihr den ein oder anderen Beitrag schon beim Apfelbäckchen, Zuckersüße Äpfel, Lavendelblog oder MaBaKi gesehen, falls nicht schaut doch mal vorbei.

Darum geht es aber in diesem Beitrag eigentlich gar nicht, sondern eher darum das wir genau diese Firma besucht haben! Leider hat Flo für den Ausflug dorthin doch nicht frei bekommen und so habe ich mich am Montag mit zwei Kindern eben alleine in das circa 45 Minuten entfernte Oberreichenbach gemacht.

Nach einem Gruppenfoto mit allen anderen Teilnehmern der 16 Uhr Führung und der Maus hat die Führung dann auch schon begonnen.

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Das wichtigste an Lederpuschen ist wohl in jedem Fall das Leder. Dieses wird bei Pololo pflanzlich gegerbt, sodass man keinerlei Bedenken beim Tragen der Schuhe haben muss denn sie sind frei von Schadstoffen.

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Natürlich gibt es verschiedene Ledervarianten, welche uns beide gezeigt wurden. Ist das passende Leder ausgewählt kann die Produktion beginnen.

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Als erstes muss natürlich das Leder in die passende Größe geschnitten werden. Hierfür gibt es spezielle Stanzmaschinen in welche einfach die passende Form montiert wird und mit etwas Hilfe geht das zuschneiden dann ganz schnell. Die Reste werden im übrigen nicht weggeworfen, aus diesen werden auch noch Dinge hergestellt, dazu aber später mehr.

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Je nach Design der Schuhe werden die Lederteile nun noch bestickt wie hier zum Beispiel gerade mit, den ultracoolen hochprofessionellen Fabrik Stickmaschine von Brother, mit der Maus und dem Elefanten.

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Wer schaut denn da hinter den Stickmaschine vor?

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Wenn das passende Leder gewählt ist und die Teile zugeschnitten und eventuell bestickt worden sind, kann es an die Produktion der Puschen gehen.

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Die nicht bestickten Applikationen sind nicht so detailreich, was aber nicht heißen soll das diese nicht auch aufwendig sind, und werden deshalb statt mit der Stickmaschine per Hand mit der Maschine angenäht. Hier werden gerade Puschen mit den Autoapplikationen beklebt damit sie beim Nähen halten.

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Im nächsten Schritt werden dann von einer Mitarbeiterin die Räder der Autos fein säuberlich angenäht.

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Eine andere Mitarbeiterin kümmert sich dann um das Annähen des Autos.

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Optik ist zwar wichtig, was hilft die Optik aber wenn die Schuhe nicht angezogen werden können. Genau deshalb kümmert sich eine andere Mitarbeiterin damit alle fertigen Teile zu einem fertigen Schuh zusammen zu nähen. Das geht unheimlich flott, aber das ist bei der täglichen Übung auch klar. Ich habe mal etwas über die Schulter gesehen und hoffe ich bekomme durch den Einblick es vielleicht nun doch einmal hin ein paar Puschen selbst zu nähen. Das erste Mal wo ich das versucht habe, hatte das leider nicht ganz so gut geklappt.

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Hier werden gerade Puschen mit einem Zierstich verschönert.

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Sind die Puschen fertig, werden sie versandfertig gemacht und in die ganze Welt verschickt. Wusstet ihr im übrigen das es auch Puschen bis Größe 45 gibt.

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Stellt euch mal eine Familie vor die alle von groß bis klein Shaun das Schaf Puschen tragen. Genial oder?

Bevor die Maus geht, haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen und haben uns mit der Maus fotografieren lassen. Das hat eher schlecht wie recht geklappt, aber immerhin. 😉 (Es hat im übrigen draußen geregnet und wir wurden schön nass, sodass schick relativ aussieht in diesem Moment)

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Nach der Führung hatte man dann noch die Möglichkeit Puschen mit den Lizenzen die bei der Maus vorkommen zu erwerben. Dabei gab es auch Lederbänder, Schlüsselanhänger und Puppenpuschen. Die Lederbänder, Schlüsselanhänger und Puppenschuhe werden im übrigen aus den gerade anfallenden Resten hergestellt. So entsteht kaum Müll und man hat noch etwas wirklich einmaliges. Vor der Führung, wären wir etwas früher gekommen, hätte man sich noch im Gesicht anmalen lassen können. Da Joschua davon aber eh kein Fan von so etwas ist, haben wir nichts verpasst.

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Nach einem Stück Kuchen (den wir mit 1,50€ doch leider etwas teuer fanden für die Stückgröße) haben wir uns dann noch das Gruppenfoto abgeholt und Joschua hat einige tolle Bücher und einen Block mit ausmalbaren Platzsets erhalten. Auf dem Bild seht ihr auch zwei Anhänger welche wir noch vor der Führung erhalten haben. Nun kann Joschua und Benjamin jeweils mit einem der beiden durch die Gegend reisen. Wer wird wohl welchen Anhänger bekommen? Ich habe mir im übrigen einen Schlüsselanhängerpuschen mit der Maus für 5€ gegönnt.

Es war wirklich ein schöner Nachmittag und wir freuen uns schon sehr wenn dort der Lagerverkauf stattfinden wird, dann reisen wir aber zu viert dorthin. Was ich im übrigen von einer netten Dame die wir an der Toilette getroffen haben erfahren haben (Situationen gibts), alle Kinder auf den Bildern mit den Pololo Schuhen sind Familienmitglieder oder Freunde der Gründerinnen von Pololo und auch Kinder mit Down-Syndrom werden dabei nicht benachteiligt. Wirklich eine klasse Sache.

Nächstes Jahr fange ich wieder das Arbeiten an, vielleicht bei Pololo? Nähen kann ich ja und bin zudem ja gelernte Hauswirtschafterin. 😉 *lach*

Habt ihr schon einmal eine Kinderschuhfabrik besucht oder habt ihr am Maus Türöffner Tag eine andere Firma besucht? Wir freuen uns über eure Kommentare.

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Ach wie toll! Da wären wir auch gerne dabei gewesen. Leider ist es viel zu weit von uns…

Hallo Marie,

früher gab es in meiner Heimatstadt auch eine kleine Kinderschuhfabrik und die Leute waren begeistert davon. Die Schuhe mit der Maus sehen richtig witzig aus und die Bilder mit der Maus sind sehr schön 😉 Toller Bericht ! LG Katrin

trudi

Oh wie schön! Dies Jahr haben wir es am Maus Türöffnertag leider nicht raus geschafft, aber nächstes Jahr… dafür schauen wir die Maus immer und finden so Lederschuhe ganz hervorragend.
Danke für die Eindrücke!

Hallo Marie,
das sieht ja interessant aus. Ich würde auch gerne mal da reinschauen.
Liebe Grüße
Anja