15. Adventskalendertürchen *** (Weihnachtsgedanken)

Nachdem ihr euch im Adventkalender die letzten Tage über viele leckere Rezepte und Ausflugstipps zur Vorweihnachtszeit freuen durftet, wird es doch wirklich mal Zeit für etwas anderes und genau das gibt es heute auch. Unser liebe Gastbloggerin Maria hat sich ein paar Gedanken zu Weihnachten gemacht und möchte euch schreiben, warum es gerade jetzt so wichtig ist zu geben.

Weihnachtsgedanken: Warum es wichtig ist zu geben

Im Rahmen des Adventskalenders von „Familie aus Bamberg“ darf ich heute mit euch weihnachtliche Gedanken zum Thema Geben teilen. Wir sind Familie Heller und Pfennig und vor genau vier Jahren sind wir an unserem absoluten Tiefpunkt angelangt. Mein Mann und ich haben unser erstes Wunschkind, eine Tochter, erwartet. Aber schlaflose Nächte hat uns nicht die bevorstehende Verantwortung als Eltern bereitet, sondern 74.387,73 Euro Schulden aus Studienkrediten die schwer auf uns lasteten. Ich lag viele Nächte wach, habe meinen Babybauch gestreichelt und daran gedacht wie dieser Schuldenberg zwischen uns und unseren Wünschen für die Zukunft unserer Familie steht. Seit diesen Nächten im Dezember 2014 ist einiges passiert. Wir haben nun zwei Töchter und im kommenden Jahr werden wir den Schuldenberg von nun fast 90.000 Euro, dank Zinsen, endgültig getilgt haben. Die letzten vier Jahre waren durchzogen von Höhen und Tiefen die wir auf unseren Blog festgehalten haben, damit unsere Leser aus unseren Fehlern lernen und aus unseren Erfolgen Hoffnung für ihre eigene Reise aus den Schulden schöpfen können.

n den letzten Jahren haben wir unsere Bedürfnisse auf ein Minimum herunter geschraubt. Wir haben auf Reisen verzichtet, wir fahren ein 18 Jahre altes, verrostetes Auto welches momentan monatlich kaputt geht, ich habe die Haare meiner Familie geschnitten und trage Unterwäsche vom Discounter. Wir haben auf einiges verzichtet in dieser Zeit, aber auf eine Sache haben wir bestanden: Zu geben. Obwohl sich jeden Monat Zinsen im dreistelligen Bereich angehäuft haben, haben wir jedes Jahr ausnahmslos gespendet.

Warum wir geben obwohl wir Schulden haben

Unsere Lage empfanden wir am Anfang noch zeitweise als hoffnungslos. In den ersten Monaten war die Tilgungsrate noch ein Tropfen auf dem heißen Stein. Jedoch haben wir jeden Tag tiefe Dankbarkeit für einander, unsere Kinder, selbst für das Dach über unseren Kopf empfunden. Und als Ausdruck dieser Dankbarkeit haben wir jedes Jahr an Organisationen die uns am Herzen lagen gespendet. Auch wenn es uns finanziell schlecht ging wussten wir, dass es noch Menschen gibt die weniger haben als wir. Als frischgebackene Eltern haben wir uns entschieden an Organisationen zu spenden die Kinder in unserer Region unterstützen.

Auch Geben muss geübt werden

Wir gehen offen mit unserer finanzielle Situation gegenüber unserer nun 4jährigen Tochter um. Finanzen sind regelmäßig ein Thema beim gemeinsamen Abendessen und wir binden sie kindgerecht in Entscheidungen mit ein. Sie weiß auch, dass es Kinder gibt die mehr Spielsachen haben und in den Urlaub fliegen mit ihren Eltern. Ihr ist inzwischen aber auch bewusst, dass es Kinder gibt die weit weniger haben als sie. Die Überweisung von Spenden ist für sie noch zu abstrakt.

Daher packen wir mit ihr zur Weihnachtszeit einen Schuhkarton mit Geschenken für ein armes Mädchen in ihrem Alter. Ihr Kindergarten sammelt die Päckchen und ein LKW liefert diese in ärmeren Regionen in Osteuropa aus

Als sie drei Jahre alt war habe ich sie zum ersten Mal aktiv beim Einkaufen für das Päckchen mit eingebunden. Unsere Tochter durfte für das arme Kind in der Spielwarenabteilung ein Kuscheltier aussuchen. Als wir zuhause alle eingekauften Überraschungen eingepackt haben, fiel es ihr schwer das Kuscheltier gehen zu lassen. Wie ihr euch vorstellen könnt, liefen Tränen über ihre Wangen. Nach gutem Zureden hat sie das Kuscheltier schließlich mir übergeben. Nachdem wir im letzten Jahr mehr über Armut und was Armut bedeutet gesprochen haben, hat sie das Kuscheltier ausgesucht und stolz mit mir eingepackt. Sie hat voller Freude, und natürlich ohne Rücksicht auf unser Budget, großzügig Buntstifte, ein Malbuch, Schokolade, Haarspangen, und vieles mehr ausgesucht. Ihre Freude am Teilen war dieses Jahr nicht zu bremsen.

Was Spenden mit uns bewirkt

Ihr denkt jetzt bestimmt, es macht mathematisch doch gar keinen Sinn zu spenden, wenn sich auf der anderen Seite Zinsen anhäufen. Aber wenn wir geben passiert etwas mit uns und in uns. Die Geste des Gebens verändert uns. Wir haben eine positivere Ausstrahlung und diese Ausstrahlung verändert unsere Umgebung. In den letzten Jahren in denen wir gespendet haben und gleichzeitig aggressiv unsere Schulden getilgt haben, wurden uns immer neue Türen und Möglichkeiten geöffnet. Unser Leben und unsere Einstellung haben sich gewandelt. Es gibt ein Sprichwort: Geld zieht Geld an. Ich gehe einen Schritt weiter und behaupte, dass Großzügigkeit auch Großzügigkeit anzieht. Wenn wir geben wird uns auch etwas gegeben. Wir haben es nie bereut zu geben. Es gab keine Situation in welcher uns das Geld gefehlt hat, dass wir gegeben haben. Ganz im Gegenteil, wir haben Geld auf anderen Wegen wieder bekommen. Wie bereits in der Bibel steht: Gebt, so wird euch gegeben (LUK 6:38)

Wenn wir geben, geben wir Hoffnung und kein anderes Fest steht für Hoffnung wie Weihnachten. Die Gabe muss auch nicht unbedingt Geld sein. Als ich mit meiner zwei Monate alten Tochter im November mit meinem Auto liegen blieb, hat eine Frau angehalten und mir ihr Handy geliehen um den Pannenservice anzurufen. Sie hat mir ihre Zeit geschenkt. Jede Geste des Gebens zählt, also gebt diesen Advent und macht Geben eine Herzensangelegenheit.

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Wir hoffen sehr euch hat der heutige Adventskalender Beitrag von unserer lieben Gastbloggerin Maria von Auf Heller und Pfennig” gefallen. Weitere Gedanken rund um das Thema Geld und Sparen findet ihr auf dem Blog “Auf Heller und Pfennig“. Wollt ihr immer auf dem Laufenden sein und keinen Beitrag verpassen, dann folgt doch der dazugehörigen Facebookseite.

Der Beitrag ist Eigentum von “Auf Heller und Pfennig”. Für Fragen bezüglich des Beitrags, kontaktiert bitte Maria. Das Bild ist von Fotolia.

In den letzten Jahren versteckte sich hinter dem 15. Adventskalendertürchen im Adventskalender im übrigen ein Ausflugstipp auf den Striezelmarkt in Dresden und ein kuhtastischer Buchtipp.

Habt noch einen wundervollen Tag und schaut auch morgen wieder in unseren Adventskalender. Morgen dürft ihr euch auf einen tollen DIY-Beitrag mit Gewinnspiel freuen.

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PATRIZIA CICEK

Da sollten sich viele mal Gedanken drüber machen ! Man muss nicht zu Weihnachten in diesen Kaufwahnsinn verfallen und Hunderte von Euros ausgeben , um das beste und teuerste Geschenk zu kaufen ! Manchmal ist weniger viel mehr . Ich kenne diese Situation auch und meine Kinder sind auch mit wenig oder mal nichts zu bekommen sehr zufrieden gewesen . Man kann das ganze Jahr etwas schenken und nicht nur zu Weihnachten . Ich habe immer viele Sachen von den Kindern verschenkt egal wo und für wen ! Ich wünsche allen eine ruhige und besinnliche Weihnachten ! ??

Hallo Maria,
wir geben auch sehr gern und habe auch bei verschiedenen Vereinen gespendet, aber das machen wir auch das ganze Jahr über 🙂 Vielen Dank für Deinen interessanten Bericht !

Schönen 3.Advent
LG Katrin

Vielen Dank Katrin für deinen Kommentar! Ich freue mich immer zu hören wenn Menschen spenden. Ich wünsche euch frohe Weihnachten!

[…] Zum Jahresabschluss gibt es noch bei der Familie aus Bamberg einen Gastbeitrag von mir zum Thema warum wir spenden obwohl wir Schulden haben. […]